KUNDO Elektronik ca. 1960
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Meine Uhren

 

 KUNDO Elektronik Mysteriös
ca. 1960 

Diese Uhr (in diesem Gehäuse) fehlte noch in meiner KUNDO-Sammlung. Und wie es immer ist, wenn man etwas unbedingt haben will, so wird es ganz sicher teurer, als wenn man noch abgewartet hätte. Nun ja, für unter 100,- EUR war diese Uhr dann meine Uhr, eigentlich nicht zu teuer, wenn man an den Preis um 1960 herum denkt: Ca. 700,- DM

Also kam dann die Uhr bei mir an, recht schnell innerhalb von 3 Tagen.

Bis auf normale Altersspuren war auf den ersten, groben Blick nichts zu bemängeln. Das Werk – ein EM1000 (Elektro-Magnetisch 1000 Tage Laufdauer) – wird durch einen Doppelspulenantrieb in Gang gebracht. Dieser Antrieb wurde im Jahr 1958 als erster Transistor-Antrieb einer Serien-Uhr vorgestellt. Eine Sensation. Die Werk-Nummer 36557 lässt vermuten, dass zumindest das Werk vor 1960 hergestellt wurde.

Aber dann. Der Batteriehalter fehlte – konnte ich aus meinem Fundus ersetzen. Die Zeigerreibung war gleich 0. Auch die Federscheibe und die Unterlagscheibe habe ich. Aber die Pendelfeder! Die kann man zum Glück seit einiger Zeit als Nachbau im Netzt beziehen, auch diese hier mit den zwei Stiften. Die Lieferung war super schnell und Herr Bürck hat sogar angerufen, weil ich vergessen habe, bei der Bestellung die Dicke der Blöcke an zu geben. Danke, Herr Bürck!

Jetzt wurde die Uhr zerlegt. Die Frontscheibe, auf der das Werk befestigt war (Zentralmutter und eine weitere Schraube, die das Pendel hält) besteht aus 4 mm Plexiglas. Das musste ein wenig poliert werden, hatte es doch einige unschöne blinde Stellen. Vorsicht war beim Aufdruck „KUNDO Elektronik“ geboten, sollte der doch erhalten bleiben. Das Gehäuse reinigen war ohne Probleme zu erledigen, nur am Sockel waren Kraft und Ausdauer meines Poliermotors gefragt. Denn hier war mal eine Batterie ausgelaufen und weiß der Teufel, wie die Brühe AUF den Sockel kam. Aber nun ist auch der Fleck einfach weg.

Dann das kleine Werk. Eigentlich keine große Sache: 4 Wellen, Triebe und Räder und das Zeigerwerk. Die Schaltklinke hängt am Pendel, die Lagerung der Zapfen bei diesen Werken (EM1000 der Name von KUNDO) erfolgt in Lagersteinen. Das aber wohl nur, weil es schön aussieht. Die machen sich gut, die roten Steinchen. Gebraucht werden sie eigentlich nicht. Die Werkteile samt der Fortschaltmimik am Pendel kamen ins US-Bad. Denn hier hatte sich – wie könnte man was anderes Erwarten – ein Ölsprüher richtig ausgetobt. Alles verklebt und schwergängig.

Nach den US-Bad dann die obligatorische Poliererei und die Versiegelung mit Wachs. Vorsicht war die Mutter der Uhren-Kiste: Die Zapfen der Wellen haben Taschenuhrcharakter = 0,3 mm Dicke. Schnell macht es da Knacks und ab ist der Zapfen. Ist mir aber heuer nicht passiert! Alles ging gut.

Trickreich war dann das Montieren der neuen Pendelfeder. Leider sind beim Nachbau zwar die Maße der Blöcke sehr passgenau, aber die Stifte für das Pendel und die obere Befestigung waren je ca. 1 mm zu lang. Und diese Stifte waren auch Glashart. Nur mit Ausbauen und Abschleifen konnte dieser Produktionsfehler beseitigt werden. Auch hier war Vorsichtiges Arbeiten angesagt. Diese Feder kostet immerhin 24,- EUR und da braucht man wirklich keine Beschädigung. Ein unbequemes Teil ist die Wippe unten im Pendel. Ich habe es noch nie erlebt, dass dort die M 1-Schrauben auf Anhieb gepasst hätten. Hier verbiege ich mir generell die Finger. Nachdem auch diese Hürde genommen war und auch die Zeiger gerichtet sind, wurde der neue alte Batteriehalter eingebaut und die Batterie eingesetzt. Die Uhr freut sich, dass sie nun wieder die Zeit zählen kann: Ohne nach Justierung am Pendel in 3 Tagen – 72 Stunden – ein Vorgang von nicht einmal 1 Minute!

Nun steht sie in Reih und Glied auf dem Schrank. Links eine ATO von Leon´ Hatot, die erste mit Transistorsteuerung aus diesem Haus, ca. 1960, KUNDO Elektronik mit der Werk-Nummer 36 557, und noch eine KUNDO mit 1-Spulen-Antrieb. Die beiden anderen Uhren sind ebenfalls von der Firma Hatot, ca. 1929. Die Beiden müssen noch Revisioniert werden. Demnächst!

So kam die Uhr bei mir an.

Kein Batteriehalter....

Aber mein Fundus gibt soetwas her

Komplett

Die Marke

Blick auf das Werk von hinten.

Mit großer Klappe....

Werk-Nummer 36 557 ca. 1960

Zerstörte Pendelfeder

Da ist der empfindliche Stahl gebrochen.

Teile vom Zeigerwerk, mitte links die Federscheibe und die Unterlagscheibe der Zeigerreibung

Minutenzeiger leich verbogen.

Sieht doch gut aus, oder?

Die Magnetpendler: Links Leon Hatot 1960, ATO (L. Hatot 1928), KUNDO Elektronik 1960, ATO (l. Hatot, ca. 1930) und KUNDO Elektronik, 1-Spulen-Antrieb

 

 

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Stand: 23.09.17

(c) Rolf-Dieter Reichert 2010