KUNDO ATO mit mech. Kontakt
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Kieninger & Obergfell KUNDO
ATO-Uhr mit Werk EM1000
und mechanischem Kontakt


Baujahr ca. 1950
 

So. Da habe ich also diese Uhr – Kieninger & Obergfell Magnetpendeluhr mit mechanischen Kontakten – zur Reparatur bekommen.

Ich wusste erst garnicht, dass auch KUNDO diese Uhren nach dem Prinzip ATO mit mechanischen Kontakten hergestellt hat. Aber Fragen hilft auch mir und die fachkundige Antwort war: Ja, ab ca. 1950 wurden diese Uhren verkauft, mit dem Werk EM1000. Später wurde dieses Werk dann mit Modifikationen als „Erste Transistorgesteuerte Uhr“ beworben und auch sehr gut verkauft, was natürlich der Fa. Junghans absolut nicht gefallen hat. Ein Rechtsstreit folgte auf den Fuß.

Nun ja. Hat alles nichts mit dieser Uhr zu tun. Was war mit dem seltenen Stück los? Sie ahnen es schon: Die Uhr zeigte nur 2 x am Tag die genaue Zeit an.

Näher in Augenschein genommen und sofort folgendes gesehen: Alle Schrauben, die man lösen kann, waren auch lose. Pendelfeder gebrochen. Die Kontaktspirale war nur noch ein Stück verbogener Bronzefederdraht. Messingteile stark verschmutzt und Blind. Spuren von Batterieflüssigkeit.

Und damit nicht genug, hatte einer der Vorbesitzer eine Batteriehalterung (die original Batterien gibt es ja nicht mehr) mit viel Tesafilm unter den Sockel geklebt. Auch die Anschlussdrähte zu den Kontakten und der Magnetspule waren nicht mehr original und auch mit Tesafilm verklebt. UND: in der Batteriehalterung waren 3 x AA-Batterien, also 4,5 Volt eingebaut. Der Vorwiderstand dabei war nur Makulatur. Denn beim öffnen der Kontakte wurde durch die hohen Abschaltspannungsspitzen eben diese stark in Mitleidenschaft gezogen. Also die Kontakte auch ersetzen.

Der geneigte Leser merkt schon: Viel, sehr viel arbeit an dieser Uhr, biss sie wieder normal die Zeit zählt.

Also frisch ans Werk. Zuerst alles richtig zerlegt und dabei festgestellt, dass das Bodenrad nur noch 1 Zapfen hat. Also auch das musste ersetzt werden. Zum Glück habe ich einen Fundus, der noch Eins hergab. Dann ab ins US-Bad. Danach folgte, was immer folgt: Polieren, bis die Finger qualmen. Kann sich aber schon sehen lassen. Dann die neue Pendelfeder passend gemacht (die Montierungen sind immer zu dick). Uhrwerk montiert und die Kontakte eingestellt. Den verdrehten Bronzefederdraht wieder leidlich in Form einer Spirale gebracht und montiert und geflucht. Wollte der nicht so wie ich wohl will. Aber Sturheit (ich) siegt und die Spirale stellt wieder den Kontakt zur Magnetspule her.

Dann die Finger verbogen, weil das Werk mit langen Schrauben durch die Werkhalterung angeschraubt wird. Aber dazu braucht man dann 4 Hände, da die hintere Abdeckung, die verdeckt auch gleichzeitig die Serien-Nummer der Uhr – 000946 – also wirklich eine aus der ersten Serie, mit diesen Schrauben gehalten wurde. Aber ich hab’s geschafft!

Den 3 x 1,5 Volt Batteriehalter hatte ich schon vorher durch einen für eine LR14-Batterie ersetzt und auch vernünftig befestigt. Jetzt noch zum Teil neue Drähte angeschlossen und das Pendel angestoßen: Es pendelte, als wäre nichts gewesen. Die Klinke noch justiert und die Kontakte kontrolliert (der Zeitpunkt und die Länge des Kontaktes muss gut stimmen, sonst pendelt das Pendel aus). Der Probelauf war erfolgreich und der Gang auch sehr genau!

Diese Uhr hat noch keine Transportsicherung für das Pendel. Zum Verschicken habe ich aus Schaumstoffe und Kabelbinder etwas gebastelt, was eine Beschädigung der Pendelfeder verhindern würde.

Ps.: Diese Uhr muss, wie alle mechanischen Pendeluhren, angeworfen werden. Nur die transistorisierten Uhren beginnen von selbst zu pendeln an.

 

Arme Uhr!

Da fehlt doch was?

..die Pendelfeder!

Verbogen und zerstört

Schöne arme Uhr

Was ist den das?

Nach der Serien-Nummer eine Uhr aus der ersten Serie.

In Öl gebadet??

4,5 Volt. Das ist nicht gut.

Wo rohe Kräfte sinnlos walten....

Nee, dazu fällt mir nichts ein.

Das Pendel. Die erste Ausführung, zweigeteilt.

Hm. Das sollte aber gerade sein, oder?

Demontage des Werkes, ein EM1000

Dieses Stückchen war mal eine Spirale.

Da meinte Jemand, Sprühöl wirds schon richten!

Aber gut konserviert hat das Öl.

Hier der Kontakt, durch die zu hohe Spannung defekt.

Und immer wieder Öl.

Kontakt und Spirale

Noch mehr Defekte: Gebrochener Zapfen!

Der neue Kontakt

Auch wieder schön: Der Werkhalter.

Der erste Test nach langem Stillstand

...und sie bewegt sich doch (wieder)!

Jetzt kann sie sich wieder sehen lassen, die KUNDO mit EM1000

 

 

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Stand: 08.09.17

(c) Rolf-Dieter Reichert 2010