Eine kleine, hübsche Wanduhr für die Pupenstube.

 

Der Besitzer hat die Uhr geschenkt bekommen, weil sie defekt war. Er fragte mich, ob man so was reparieren kann und gab auch gleich eine Fehlerbeschreibung: Bei Aufziehen schnappt etwas in der Uhr und dann ist die Kraft weg. 

Diagnose: Federbruch. Ich habe also geantwortet, dass z.B. eine neue Gangfeder einbauen kein Hexenwerk sei und ich mir die Uhr gerne ansehen würde. 

Nach ein paar Tagen kam denn ein kleines Paketchen hier an, Inhalt eine „Kleinuhr“ mit 1-Tage-Werk von der Firma „Gebr. Wintermantel“ (halbes Hemmrad als Bildmarke). Ich staunte, da ich diese Firma zwar kannte, aber nicht wusste, dass noch Uhren hergestellt wurden. 

Nun, Gebr. Wintermantel existiert tatsächlich nicht mehr. Aber auf einigen Umwegen wurden die Werkzeuge zur Herstellung diese Kleinuhren an die Werkstätten der Caritas in Freiburg verkauft und dort werden eben diese Uhr noch hergestellt. 

Aber bei der Uhr, die bei mir mit gebrochener Feder auf dem OP lag, war ein Datums- Stempel zusehen, nach dem es eine Uhr noch von Gebr. Wintermantel sein musste. Eigentlich recht selten. 

Nun, die vorhandene Feder war arg misshandelt worden. Und da einfach ausmessen und ersetzen nicht der richtige Weg bei solchen Sachen ist, hergegangen und nach Lehrbuch die Klingenstärke errechnet. Dann den Uhrmacher meines Vertrauens gefragt, ob er… 

Er hatte. 2 Federn zur Auswahl mit der Klingenstärke von 0,2mm, aber unterschiedlicher Längen. Die kleinere passte besser in das Federhaus. 

Nun noch die üblichen Arbeiten: Reinigen, kontrollieren, Zusammenbau, Ölen und Test. Der Gang war ausgezeichnet und die Gangreserve beträgt 36 Stunden. 

Der Besitzer freut sich, dass die „Wintermantel“ wieder bei Bedarf die Zeit zählen kann.

Die Bildmarke der Fa. Gebr. Wintermantel

Das Herstellungsdatum

Kleine Teile

Deutlich: Untauglicher Reparaturversuch

Das Federhaus mit gebrochener Feder

...und sie bewegt sich wieder...

 

 

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Stand: 23.09.17

(c) Rolf-Dieter Reichert 2010