Waduhr Junghans 1890
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Uhren, die ich für Freunde und Bekannte
wieder zum Tick-Tack gebracht habe

 

JUNGHANS Wanduhr
Baujahr ca. 1890

 

Diese Uhr gehört einer bekannten Familie. Sie ist ein Erbstück von den Großeltern und bei diesen war sie ein Hochzeitsgeschenk.

Die Uhr ist eine Junghans Wandpendeluhr mit Federhäusern und Schlag auf Tonspirale, 1 x zur 1/2 Stunde und die Anzahl der Stunden zur vollen Stunde.

Das Gehäuse ist hier nicht komplett, aber die Besitzer erklärten mir, dass die fehlenden Teile vorhanden sind und nach Rücklieferung auch wieder angebracht würden. Die Stilart der Uhr ist im Historismus an zu siedeln, so um 1890. Gründerzeit könnte man (frau) auch sagen, aber dieser Begriff ist keine Stilrichtung. Leider wurde auch das Gehäuse mal übermalt und hatte auch Schäden an den Furnierleisten am Sockel. Ich habe der Besitzerin geraten, hier einen guten Möbelrestaurateur zu Rate zu ziehen, da ich solche Arbeiten nicht mache.

Das Pendel, der Werkstuhl sind mit Goldbronze "verschönert" worden. Das galt es als Erstes zu entfernen. Das Pendel ist ein sog. "Kompensationspendel", dass heißt, die Stäbe des Pendel sind aus Messing (3 Stück) und aus Stahl (2 Stück), die so miteinander verbunden sind, dass Temperaturschwankungen in etwas ausgeglichen werden. Die Kalibrierung eines solchen Pendel ist sehr aufwändig und in Unserer Zeit eigentlich nicht mehr erforderlich, da in unseren Wohnräumen durch Zentralheizung fast immer eine konstante Temperatur herrscht. Ich habe das Pendel komplett zerlegt, die Stäbe gereinigt und poliert, ebenso die Pendelscheibe, die aus einem Eisenkern mit einem Messingblechüberzug besteht. Das Bild in der Pendelscheibe (R für Retardé = langsam und A für Avance = schnell) habe ich so gelassen, wie es ist.

Das Werk musste einer kompletten Reinigung unterzogen werden. Danach wurden Lager und Zapfen auf Schäden untersucht, die sich zum Glück in tolerierbaren Grenzen hielten. Auch die Lager der Federhäuser wiesen wenig Spiel auf.
Die Reinigung erwies sich als schwieriger als angenommen, da sich das verwendete Fett und Öl im Laufe der Jahrzehnte als feste Paste auf den Messingrädern und Trieben abgesetzt hatte. Das war viel Arbeit.
Die Triebe sind durchgängig als Hohltriebe gearbeitet, dass gestattet größere Toleranzen bei den Eingriffen und führt (wenn die Stäbe der Holtriebe nicht beschädigt sind) auch nicht so schnell zu Klemmungen. Solche Werke waren günstig in der Herstellung, haben aber mit Regulatoren nichts gemein.

 Das Schlagwerk wird durch eine Schloss- oder auch Schlussscheibe gesteuert. Hier muss man (ich) besonders auf die Stellung der Räder, Triebe und Hebel achten, da eine falsche Einstellung garantiert zum Verschlagen führt. Aber auch hier wie im richtigen Leben: Übung macht den Meister - ich musste das Werk nur 2 x wieder öffnen und zusammen setzen.

Nach der Montage der Uhr und Regulierung konnte ich das gute Stück wieder zu den Eigentümern bringen (das mache ich immer selbst, da das Hängen einer Wanduhr wichtig für den Gang der Uhr ist), ist sie jetzt wieder nach Anbringen der fehlenden Teile, wieder ein hübscher, nostalgischer Blickfang, der auch recht genau die Zeit anzeigt.

 

Goldig

Goldpendel

Vom Golde befreit

Vom Golde befreit

Gut mit Salatöl konserviert....

Gut mit Salatöl konserviert....

Gut mit Salatöl konserviert....

Und das Ziffernblatt.....

Die Anordnung der Hebel als Gedächtnisstütze...

Die Anordnung der Hebel als Gedächtnisstütze...

Die Anordnung der Hebel als Gedächtnisstütze...

Das gereinigte Werk...

Sie Tickt wieder

Ansicht von Links

Probelauf

Probelauf

Rechte Seite

Die Rückseite mit JUNGHANS-Sterrn

Die Rückseite mit JUNGHANS-Sterrn

Die Teile nach dem Bad....

Die Teile nach dem Bad....

Die Vorderseite

Die Vorderseite

Und so sah es vorher aus

Und so sah es vorher aus

Und so sah es vorher aus

Und so sah es vorher aus

 

 

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Stand: 08.09.17

(c) Rolf-Dieter Reichert 2010