Leon Hator Transistor 1959
 Home Nach oben

 


 

ATO-Uhr
Leon Hatot Transistor ca. 1959

Diese Uhr wollte nicht so, wie ihr Besitzer. Sie hatte keine Lust, die Zeit zu zeigen. Also an mich die berühmte Frage: Können Sie? Na ja. Die Antwort kann man sich doch denken, oder?

Zuerst stellte sich die Frage (ich selbst hatte diese Form noch nie gesehen), was das für eine Uhr ist und wer der Hersteller war. Die Antworten kamen dann von Fachleuten aus dem DGC-Forum: Hersteller war Leon Hatot / Frankreich, Datum ca. 1959, die erste Transistorgesteuerte Uhr von Hatot.

Hersteller dieser Uhr war die Firma Leon Hatot in Frankreich. Hatot hatte Patente für die ATO-Uhren. Die Ersten wurden natürlich noch mit mechanischen Kontakten gesteuert.

Lizenz-Nehmer dieser ATO-Uhren war in Deutschland die Firma Haller & Benzing. Nach deren Niedergang konnte die HAU (Hamburg Amerikanische Uhrenfabrik) diese Lizenzen im Einvernehmen mit Hatot übernehmen und Uhren mit dieser Technik herstellen. Als dann die Firma Junghans die HAU übernommen hatte, glaubte Junghans, auch die Lizenzen zum Bau dieser Uhrenart zu besitzen. Leon Hatot klagte und bekam Recht, allerdings erst 1953, dem Jahr seines Todes. Junghans musste die Lizenzgebühren an die Firma Hatot nachzahlen. Auch Kieninger & Obergfell baute Uhren nach Lizenz ATO und stritt sich lange mit Junghans um die Form des Gehäuses und des Uhrwerkes. Junghans war hier unterlegen, aber auch KUNDO zahlte Lizenzgebühren an Hatot, wie es sich gehörte.

Als dann im Jahr 1948 die ersten Transistoren entwickelt wurden und zur Marktreife kamen, wurde natürlich auch in der Uhrenindustrie experimentiert. Die ersten Transistor-Gesteuerten Uhren nach dem System ATO wurden von Kieninger & Obergfell auf den Markt gebracht, so um 1957 herum. Die Firma Hatot experimentierte sehr lange an diesem Antrieb (der Techniker bei Hatot war ein Perfektionist), so das der Entwickler der ATO-Uhren erst NACH KUNDO mit einer Transistor gesteuerten Uhr auf den Markt kam.

Diese Uhr ist eine der ersten Transistor-Gesteuerten Uhr der Firma L. Hatot! Da die Uhr aber keinen Mucks machte, tippte ich als Erstes auf einen defekten Transistor. Nach Alternativen gesucht und gefunden: OC1071 sollte funktionieren. Machte er aber nicht. Meine grauen Zellen waren am Rotieren! Spulen (2 Stück in der Spulenhülse!) waren in Ordnung. Also, warum in drei Dingsda Namen, will sie nicht, die Ilsebill?

Nun, vor mir waren da schon andere Reparateur zu Gange. Nach wälzen von Unterlagen und alten Büchern dann ein Verdacht: Der Magnet in der Pendelschwinge war falsch eingesetzt. Leider hatte Jemand das entsprechende Ende vernietet und dazu den Magneten noch eingeklebt. Nachdem das rückgängig gemacht war, die alte Schaltung mit dem historischen Transistor wieder hergestellt. Und sie bewegt sich wieder!

Der Rest war dann nur noch eine Kleinigkeit: Montage und Justage. Etwas länger dauerte die Justage des Ganges. Diese Schwingpendel sind nicht so leicht zu justieren. Wird doch nicht die Pendellänge verändert, sonder "NUR" der Schwerpunkt verändert. Wenn man das beachtet, alles keine Hexerei mehr.

Die Uhr ist nun wieder tadellos in Schuss und hat auch keine Probleme, bis auf die fehlende original Batterie. Aber das macht fast nichts, sitzt die Batterie doch unter dem Sockel und ist nicht zu sehen.

Zur Uhr selbst eigentlich nur noch so viel: Der Sockel und der Werkrahmen ist aus Aluminium und das Werk wohl aus Duraluminium. Der Dom ist ovales Glas. Eine schöne Bereicherung meiner kleinen Uhrengalerie.

Die "Elektroik": Kondensator und Transistor

Bisschen chaotisch, die Untersete

Schönes Ziffernblatt

Das Werklein mit Marke ATO und Sekundenzeiger

Zerlegtes Pendel

Noch einiges an Arbeit

Und sie bewegt sich doch (wieder)

Antriebsspule

Im Test

Blick auf das Werk

Von der Seite

Sieht schon gut aus

Die ATO-Marke der Firma HATOT

Von der Seite

Und fertig.

 

 

Zurück | Home | Weiter

Hier können Sie mich erreichen!

 

(c) Rolf-Dieter Reichert, Stand: 12.09.18