Phillips Pallas
   
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Phillips Pallas
Poliermotor Nr. 139

 

 

 

Phillips Pallas

Für einen Bekannten habe ich diesem Gerät das Brummen abgewöhnt!
 

 

Eigentlich nicht viel zum Erzählen.

Ein Bekannter hat mich so nebenbei gefragt, ob ich mich auch mit Radios auskenne. Meine Antwort war eher zurückhaltend, da ich mich, bis auf wirkliche Ausnahmen, mit diesen Geräten eigentlich nicht mehr beschäftigen wollte.

Aber ich konnte es nicht lassen und fragte nach dem Problem. Die Antwort war eigentlich nicht so, dass man (ich) gleich eine Diagnose stellen konnte: Er Brummt!

Na, das war halt mal ne Aussage. Er Brummt. Ich hab mich dann doch Breitschlagen lassen und das Gerät abgeholt. Es handelt sich hier um ein frühes Transistorgerät, und er "Brummt" tatsächlich.

Das Teil wurde aus dem Gehäuse genommen. Der Staub der Jahrzehnte entfernt, die Knöpfe einem bewährten Bad aus Spüli unterzogen und derweil suchte ich nach dem Fehler.

Der stellte sich wie folgt dar: Ein Brummen war zu Hören, dahinter, wenn ein Sender gefunden wurde, leise Töne. Beim Verstellen der Tiefen fing das Gerät an zu "Blubbern" und das recht laut. Also habe ich mir erstmal (nicht wie beim GRUNDIG) den Schaltplan besorgt. Das Original für diesen Pallas gab es nirgends für Lau, sondern nur für richtiges Geld (Angebot Schaltplan 35,-€). Also nach was Ähnlichem gesucht und gefunden. 

Mit dem Schaltplan erstmal lokalisiert, was da so Blubbern könnte und alsbald als Fehlerursache auf die Spannungsversorgung gekommen. Meinen PC-Oszi in Gang gesetzt und mir die Kurven angeschaut, zeigt, dass eine Spannung das Blubbern total mit machte und eine Zweite Versorgungsspannung einen 50Hz-Brumm von ca. 5V ss hatte. Also war es klar: Elko's defekt. Solche Dinger gibt es ja zum Glück auch heute noch, also Bestellung aufgegeben.

Es dauerte nicht lange, und der Postbote (falsch, hübsche Postbotin) klingelt und bringt die Teile. Noch am gleichen tag werden die Kondensatoren ausgetauscht unter einigen unfeinen Flüchen, da das Gerät absolut verbaut ist und man (ich) fast alles demontieren muss, um die defekten Elko's aus zu bauen und die Neuen rein.

OK. Einschalten und Test. Verd.... das Blubbern ist zwar weg, aber das Brummen nicht! Nächste Messung: Immer noch Wechselspannung überlagert, schwankend zwischen 3 und 7V ss.......

Die grauen Zellen vermelden: Da hast du (ich) wieder einmal nicht weit genug gedacht. Der Schuldige war auch hier bald gefunden. Ein Uralter Selengleichrichter, der wohl einen Plattenschluss hat. So, wieder die Finger verbogen um den Kerl aus zu bauen. Wirklich eine Verbaute Kiste, dieser Pallas. Neue Bestellung (son Teil hat man (ich) ja nicht in der Schublade), einen neuen Gleichrichter bestellt.

Wieder klingelt es ein paar Tage später, aber diesmal keine hübsche Postbotin, sondern ein Griesgram vom "Gelben Riesen", der mir unfreundlich das Päckchen in die Hand drückt.

Na, kurze Rede, langer Spaß. Den neuen Gleichrichter eingebaut, statt Schraube nun aber mit Stabilit fest gemacht, Test und alles in Ordnung. Das Zusammenbauen ging dann recht schnell von der Hand. Die sauberen Knöpfe wieder drauf gesteckt, Scala und Gehäuse noch gereinigt und ab zum Eigentümer. Da war die Freude dann groß, dass das alte Ding wieder saubere Töne von sich gibt.

Fazit: Macht mir doch noch Spaß und Freude, solche Dinge zu reparieren, obwohl ich ja eigentlich nicht mehr wollte. Ist doch kein Sprachfehler, wenn man (ich) manchmal nicht NEIN sagen kann.

Leider habe ich das Radio nicht komplett im Gehäuse aufgenommen. Weiß auch nicht, warum. Aber für den Interessierten sieht ein Radio auch nackt ganz gut aus, Gelle!?

 

Chassis von Vorn

Unten....

So sieht ein "Nacktes" Radio aus..

Da in der Gegend war das Netzteil versteckt und verbaut...

Der Schaltplan, der so viel kosten sollte....

 

 

 

 

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Stand: 08.09.17

(c) Rolf-Dieter Reichert 2010